Wohnen

August 04, 2014
Ulrike Wagenknecht

Der Begriff „wohnen“ leitet sich von dem althochdeutschen Wort „wonên“ ab. Wonên beinhaltet unterschiedliche Bedeutungen: „zufrieden sein“, „bleiben, sich befinden“ und „verharren, beharren“.

Das gibt Aufschluss darüber, was wohnen alles bieten soll. Nämlich das Wohnen einen Ort der Zufriedenheit im Sinne von „in Frieden, in Sicherheit“ erwirkt, zum Befinden, dem Wohlbefinden beiträgt und zum Bleiben, Verweilen einlädt. Wohnen gehört damit unter vielen anderen Aspekten zu den essentiellen Grundbedürfnissen.

Die Wortverwandtheit zwischen „Wohnen“ und dem „Gewohnten“ ist naheliegend. Das Bewohnte ist das Gewohnte, das Bekannte. Je weiter das Umfeld, die Umwelt ist, desto unüberschaubarer und unbekannter wird diese.

Um sich das Leben in den eigenen vier Wänden so angenehm und bequem wie möglich, also „wohnlich“ zu gestalten, wird eine Ordnungsstruktur geschaffen. Es werden den einzelnen Räumen Bedürfnisse und Tätigkeiten gewidmet.

Eine Wohnung bietet nicht nur Schutz vor Witterung, Wetter und Gefahren, sondern auch vor der Öffentlichkeit. Sie ermöglicht Raum zur Privatheit. Hier kann mehr oder weniger (je nach Rechts- und Lebensform sowie Wohnungsgröße) selbstbestimmt, autonom gelebt werden. Insofern finden innerhalb der eigenen vier Wände sehr persönliche und private Ereignisse und Interaktionen statt. Genau in diesem Sinne sollte der Wohnraum gestaltet sein.